SK CAÏSSA Hermsdorf/Frohnau e.V. (Berlin)
Max' Montags-Mysterium (Löserwettbewerb für Schachprobleme)
Home :: Max' Montags-Mysterium
Home
Spielabende
Spielort
Kinderschach
Schachtraining
Terminplan
DWZ
Vereinsturniere
Hall of Fame
BMM
Links
Chronik
Schachreisen
VfB-Archiv
Download
Anschriften
Lichess
MMM

1. Aufgabe | 2. Aufgabe | 3. Aufgabe | 4. Aufgabe | 5. Aufgabe | 6. Aufgabe | Lösertabelle

Allgemeine Informationen

Max Witte hat einen wöchentlichen Löserwettbewerb (Max' Montags-Mysterium) für Schachprobleme ins Leben gerufen. Eine gute Idee! Einsendeschluss (idealerweise per Mail an Max Witte) ist jeweils Sonntag, 24 Uhr. Viel Spaß!

1. Schachproblem (Einsendeschluß 26. April 2020)

Aufgabe: Konstruiere eine legale Stellung ohne Umwandlungsfiguren, in der Weiß am Zug auf besonders viele Arten Schach geben kann.

Lösung: Manche haben nicht an die Möglichkeit des Abzugsschachs gedacht. Dann kommt man wahrscheinlich zu nicht mehr als 30 Schachgeboten. Wesentlich mehr ergeben sich, wenn man außer Abzugsschachs zusätzlich noch Umwandlungen beim Zug berücksichtigt (Umwandlungsfiguren in der Stellung waren bekanntlich ausgeschlossen). Max Witte hat eine Stellung mit 50 möglichen Schachgeboten konstruiert:

Lösung der 1. Aufgabe von Max Witte

„Ob es sich hierbei um einen Rekord handelt, weiß ich nicht. Ich weiß aber nach längerer Netzrecherche, wie man das feststellen könnte. Man besorge sich das Buch Records in One-mover Chess Construction Tasks von William CROSS. Die 3. Auflage dieses Werkes erschien 1983, ist inzwischen – wie die ersten beiden Auflagen – vergriffen, zur bibliophilen Rarität entartet und nur noch zu einem Liebhaberpreis erhältlich, den ich nicht gewillt bin, für das 8-seitige (!) Traktat hinzublättern (vergl. z.B. https://www.abebooks.com/9780901911018/Records-one-mover-chess-construction-tasks-0901911011/plp).“

Die beiden besten Lösungen mit 45 Schachgeboten haben Niclas und Christian eingereicht. Glückwunsch! Beide eingereichten Lösungen berücksichtigen keine Bauernumwandlungszüge (bis zu sechs weitere Schachgebote bei schwarzem König im Zentrum möglich). Im rechten Diagramm gäbe es z.B. mit einem weißen Bauern auf a7 und einem schwarzen Springer auf b8 zweite weitere Schachgebote. Das linke Diagramm läßt sich nicht so einfach um schachbietende Bauernumwandlungszüge ergänzen.

Lösungsversuch der 1. Aufgabe von Niclas Hofmann Lösungsversuch der 1. Aufgabe von Christian Piesnack

Zusatzaufgabe: Die Lösung von Max läßt noch Spielraum für ein weiteres Bauernschach. Denn bei einem schwarzen König auf e5 gibt es neben d4 noch ein weiteres - bisher ungenutzes Feld - für ein Bauernschach. Eine Stellung mit 51 Schachgeboten ist also nicht grundsätzlich auszuschliessen. Z.B. könnte man einen weißen Bauern auf g3 und einen schwarzen Bauern auf f4 ergänzen. Dann wäre neben d4+ mit gf4:+ noch ein weiteres Bauernschach möglich. Leider entfiele dann aber auch die Zugmöglichkeit Sg3+. Wer findet eine Stellung mit 51 Schachgeboten?

Lösung Zusatzaufgabe: Max hat die Herausforderung angenommen und eine Stellung mit 51 schachbietenden Zügen gefunden. Glückwunsch!

Zusatzlösung der 1. Aufgabe von Max Witte

Weiß am Zug: 51 Schachgebote!

2. Schachproblem (Einsendeschluß 3. Mai 2020)

Es gibt drei Sorten von Schachproblemen. Die einen gehören der so genannten Böhmischen Schule an. Bei denen geht es vor allem um schöne Mattbilder, andere zählen zur Neudeutschen Schule und funktionieren nach streng logischen Prinzipien, wieder andere sind von Giegold. Der Franke Fritz Giegold (1903 – 1978) aus Leupoldsgrün verfasste rund 850 Schachaufgaben, die oftmals auch in Tageszeitungen erschienen. Seine Probleme lassen sich keiner Schule zuordnen, betonen den Rätselcharakter des Kunstschachs und zeichnen sich durch bizarre Schlüsselzüge und subtile Hinterstellungen aus. Unser Problem der Woche bildet da keine Ausnahme.

Aufgabe: Fritz Emil GIEGOLD, Leupoldsgrün (Schach-Echo 1958, 3. Preis)

2. Aufgabe

Weiß am Zug setzt in 4 Zügen matt (Quelle: Zeitmagazin Nr. 16/2018)

Lösung: 1.Th1 cxd3 2.Dg1 c4 3.f4 exf4 4.La7#. Thorsten Thiele: „Schön kniffelig. Bei allen anderen Varianten kann Schwarz einen 5. Zug erzwingen, z.B. 1.Da3 cxd3 2.Te2 dxe2 3.Dxc5 e1S+ usw.“

3. Schachproblem (Einsendeschluß 10. Mai 2020)

Eine – insbesondere bei unseren Kindern – beliebte Abart des Schachs ist das so genannte Schlagschach (bei Kindern auch als Räuberschach bekannt). Beim Schlagschach herrscht Schlagzwang. Der König gilt als normale Figur und kann auch schon mal geschlagen werden. Es kann sogar – bei entsprechender Bauernumwandlung vorkommen, dass mehr als zwei Könige auf dem Brett sind. Schach- oder Mattgebote sind sinnlos. Gewonnen hat, wer zuerst nicht mehr ziehen kann.

Beispiel:

Beispielstellung zur 3. Aufgabe

Das Diagramm zeigt eine Schlagschachstudie von T.R. Dawson (Quelle: Karl Fabel, Rund um das Schachbrett, Berlin 1955). Weiß gewinnt trotz ungleichfarbiger Läufer wie folgt: 1.Tb6! La2: 2.Tg6 Lb1: 3.g5 Lc2: 4.g4 Ld3: 5.Lh4! Le4: 6.g3 Lg6: Wem dies einleuchtet, dem sollte die folgende Schlagschachstudie wenig Probleme bereiten.

Aufgabe: Schlagschachstudie von Karl FABEL

3. Aufgabe

Weiß am Zug gewinnt

Lösung: Würde Weiß mit 1.a4? beginnen, hätte er nach 5.a8 die Qual der Wahl: 5.a8D bzw. 5.a8L verlieren sofort. 5.a8T verliert wegen 5...h1L!. Auf 5.a8S gewinnt Schwarz mit 5...h1D oder 5...h1L, auf 5.a8K mit 5...h1T!. Daraus folgt unmittelbar, dass 1.a3! gewinnt, die Rollen sind dann vertauscht. Thomas: „Naja, ganz so einfach war die Schlagschachstudie nicht.“

4. Schachproblem (Einsendeschluß 17. Mai 2020)

Die so genannte Retroanalyse hat sich mit zahllosen Unterdisziplinen zu einem mächtigen Teilgebiet des Problemschachs entwickelt.

Beispiel: M. MYLLYNIEMI, Suomen Tehtäväniekat 1955, 1. Preis

Beispielstellung zur 4. Aufgabe

Was waren die letzten 5 Einzelzüge?

Die Stellung sieht illegal aus: Wie zum Geier hat Schwarz das Doppelschach mit Turm und Läufer gegeben? Man staune: 1.b4xc3 e.p.+ c2-c4. Und wie soll jetzt der Läufer auf g8 Schach gegeben haben? Man staune weiter: 2.Ke6xSd6+ e5xf6 e.p.+ 3.f7-f5 (Der Zug davor, nämlich Sf5-d6+, ist nicht mehr eindeutig und deswegen auch nicht gefragt: Der Springer könnte auf d6 auch eine weiße Figur geschlagen haben).

Alles klar? Dann ran an Max‘ 4. Montags-Mysterium.

Aufgabe: Tibor ORBAN, Die Schwalbe 1976

4. Aufgabe

Nach dem 4. Zug von Schwarz entstand diese Stellung. Wie verlief die Partie?

Lösung: 1.e4 e6 2.Lb5 Ke7 3.Ld7: c6 4.Le8 Ke8:. Eiko: „Sehr hübsch und geistreich“. Niclas: „Ein sehr gutes Rätsel. Ich hab' die ganze Nacht dran gesessen“.

5. Schachproblem (Einsendeschluß 24. Mai 2020)

Beliebte Themen im Problemschach sind die Rochade und der En-passant-Schlag. Die einschlägigen Regeln lauten hier wie folgt: Eine Rochade gilt im Schachproblem grundsätzlich als möglich, es sei denn, eine Retroanalyse zeigt, dass König und Turm schon ‘mal gezogen haben. Dagegen ist ein En-passant-Schlag nur dann erlaubt, wenn eine Retroanalyse zeigt, dass der letzte Zug der entsprechende Doppelschritt des gegnerischen Bauern gewesen sein muss.

Ein Beispiel wird die Angelegenheit klären (oder auch nicht): W. LANGSTAFF, Chess Amateur 1922

Beispielstellung zur 5. Aufgabe

Matt in 2 Zügen

Man frage den Schwarzen, was er als letztes gezogen hat. Wenn er antwortet, dass es g7-g5 gewesen sei, dann spielt man 1.hg: e.p. und setzt auf 1...0-0 mit 2.h7 und auf jeden anderen Zug mit 2.Td8 matt. Antwortet er aber, dass sein letzter Zug mit dem König oder Turm erfolgt sei, dann spielt man 1.Ke6 und setzt mit 2.Td8 matt. Die Rochade ist in diesem Falle nicht mehr möglich. Aber halt! Es gibt keinen Schwarzen, den man fragen könnte. Es geht hier um ein Schachproblem und nicht eine -partie. Auch den Autor kann man nicht fragen, der ist bereits verstorben. Daher gibt es keine Möglichkeit, herauszufinden, was Schwarz als letztes gezogen hat. Und daher ist die Lösung des Problems die, dass es unlösbar ist. Spielt Weiß 1.Ke6, dann gibt es kein Matt nach 1...0-0. Die Rochade ist möglich, denn der letzte schwarze Zug könnte g7-g5 gewesen sein. Mit 1.hg: e.p. darf ich aber auch nicht beginnen, denn ich kann nicht beweisen, dass g7-g5 der letzte Zug gewesen sein muss.

Alles klar? Dann ran an Max‘ 5. Montags-Mysterium:

Aufgabe: W. PAULY, Deutsches Wochenschach 1910

5. Aufgabe

Matt in 4 Zügen

Lösung: Der Hauptplan 1.De5? scheitert bei sofortiger Ausführung an 1...0-0! Daher wird das Manöver 1.Db5+! Kf8 2.Df5+ Ke8 vorgeschaltet. Thorsten: „Jetzt ist die Ausgangsstellung wieder erreicht, aber keine Rochade mehr möglich.“ Daher schlägt nun 3.De5 durch. Ist Schachgeben beim Problemschach nicht eigentlich verpönt? In der Regel schon, im vorliegenden Falle aber aus logischen Gründen gerechtfertigt.

6. Schachproblem (Einsendeschluß 31. Mai 2020)

Eine wundervolle Abart des Problemschachs ist das so genannte Märchen- oder Feenschach (engl. fairy chess), das im Wesentlichen durch zwei Merkmale geprägt ist, nämlich einerseits durch merkwürdige Figuren, die es im „Normal“schach nicht gibt, wie z.B. nämlich einerseits durch Grashüpfer und Nachtreiter und/oder durch ebenso merkwürdige Forderungen wie z.B. Selbstmatt in 5 Zügen – Längszüger. Gelegentlich sind sogar beide Merkmale in einem Schachproblem vereinigt. Eine Übersicht bietet https://de.wikipedia.org/wiki/Märchenschach.

Max‘ 6. Montags-Mysterium handelt vom so genannten Serienzughilfsmatt. Die Forderung „Serienzughilfsmatt in n Zügen“ ist genau dann erfüllt, wenn Schwarz n-mal hintereinander so zieht, dass Weiß einzügig mattsetzen kann. Dabei ist darauf zu achten, dass während der schwarzen Serienzüge weder dem weißen König Schach gegeben wird noch der Schwarze selbst durchs Schach laufen darf.

Beispiel: H.M. LOMMER, 1967

Beispielstellung zur 6. Aufgabe

Serienzughilfsmatt in 16 Zügen

Das Mattbild, nach dem man bei dieser Problemart gewöhnlich als erstes Ausschau hält, ist bald gefunden:

Lösung der Beispielstellung zur 6. Aufgabe

Aber das hinzubekommen, ohne dass zwischendurch Schach gegeben (bzw. hingenommen) wird, das ist die Kunst: 5.f1S 6.Sg3 7.g1T 8.Tg2 9.Ta2 11.Sc5 14.Ka8 15.Sb7 16.Ta7 Tc8#. Entscheidend ist, dass Schwarz genau diese Zugreihenfolge wählen muss, um zum Ziel zu kommen. Wäre auch eine andere möglich, wäre das Problem wertlos. Alles klar? Dann auf zu Max‘ 6. Montags-Mysterium.

Aufgabe: Max WITTE, Urdruck

6. Aufgabe

Serienzughilfsmatt in 21 Zügen

Lösertabelle nach der 5. Aufgabe

Lösertabelle Max' Montags-Mysterium
Nr.NameVorname1. Rd.2. Rd.3. Rd.4. Rd.5. Rd.Summe
1 HofmannNiclas5555424
2 ThieleThorsten3554522
3 PiesnackChristian55-5520
4 GlatthorThomas155-415
5 BleicherEiko4--5-9
6 BlockWerner-15--6
7 KautzCajus41---5
8/9 Rakowsky, Dr.Stefan3----3
8/9 RüstigEmil3----3

Den ersten 5-er-Zyklus unseres Lösungswettbewerbs gewann Niclas. Gratulation! Den Buchpreis hat er bereits erhalten. Auf zum nächsten Zyklus!

1. Aufgabe | 2. Aufgabe | 3. Aufgabe | 4. Aufgabe | 5. Aufgabe | 6. Aufgabe | Lösertabelle

© SG Hermsdorf 2019
 Mail Kontakt   W3C-Validation   Impressum   Datenschutzerklärung   Stand: 25.05.2020